Gesprächsfetzenabfall

„Das ist bald. In zwei Wochen.“
Man widerspricht mir, es wären drei.
„Ok. Eine Woche und sechs Tage. Äh, zwei Wochen und sechs Tage mein ich! … Zwei Wochen und sieben Tage!“
Vorletzteres oder letzteres entsprach der Wahrheit, die auch dunkel durchschimmernd zu erkennen war in der Einsicht, dass der Februar fünf Wochen hat, selbst wenn selbige von Mittwoch bis Mittwoch gezählt werden.

Hier ist keine Pointe intendiert und kein Zusammenhang herzustellen.

„Ah, warum machst du dann Litauisch weiter?“
‘So eine unbedeutende Sprache’, ist man gewohnt in Gedanken fortzusetzen. Aber Kontext:
„Mach doch Chinesisch!“ und “Ich mach jetzt Finnisch 2 und Estnisch.“
Langweilig, indoeuropäisches Zeug, davon reicht’s ihm.
„Und Hausa! Da hab ich jetzt mal was drüber gelesen! Ist voll geil!“
Bei Isländisch will er es belassen. Nur weniges in mir zittern vor Litauisch 2, die Genervtheit meines restlichen Gedankenlebens wird sich noch als hinderlich herausstellen müssen.
Vorerst lern ich Vokabeln mit Kapuze am Kopf, damit es leiser ist.

Gesprächsfetzenabfall.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Begeisterungsdings.

Eine Sprache zu lernen ist wunderschön und lohnend, hören wir, wenn auch harte Arbeit. Da ich total auf Sprachen steh, hab ich mich schon an einigen versucht. Ernsthaftere Versuche (die Schule ausgenommen) fanden statt bezüglich: Isländisch, Schwedisch, Toki Pona, Lojban, Chinesisch, Litauisch. Die Neigung dieser Spielereien zum Scheitern mag Resultat einer Vermeidungstaktik sein, ich vermeide Arbeit konsequent, auch gegen meinen Willen. So bleiben in diesem Fall auch (der Großteil der) Wunderschönheit und (des) „Lohn(s)“ auf der Strecke.

Momentan verabscheue ich ja meinen Litauischkurs sehr und wende mich nostalgisch wieder dem Chinesischen zu. Litauisch ist wie Schule. Mein Matschgehirn weigert sich, sich von dieser Person bevormunden und vor anderen blamieren zu lassen, es schaltet ab, sobald es Fälle, Endungen dafür, irgendwas lernen soll. Vokabeln sind mit Überredung möglich, die anderen Möglichkeiten streifen meine Gedanken kaum nennenswert. Ich weiß, dass es den Lokativ gibt, der ist toll, weil er z.B. „universitetoje“ aus einem Wort macht, das j ist toll. Den Instrumental mag ich auch. Abwechslung eben, „Ich will Extreme, ich will etwas fühlen!“ kreischt etwas in mir mit weit aufgerissenen und sehr stark geschminkten Augen. (Besonders die Wimpern, achtet auf die Wimpern.)

Zu Weihnachten hab ich ein überteuertes Luxusding bekommen, das ist ein Michel Thomas-Kurs, „Total Mandarin Chinese“. Diese Kurse bestehen nur aus Audiomaterial, etwas mehr als 10 Stunden sollen es sein. In einschlägigen Foren werden sie kontrovers diskutiert: Für den abnormen Preis bekommt man wenig Inhalt geboten, das ist die eine Seite. Im konventionellen Selbststudium, wie man sich das so vorstellt, mit Lehrbuch, Zeichenkurs, Wörterbuch und Internet bekommt man um ähnliches Geld mehr nutzbares Material, die Möglichkeit, ein höheres sprachliches Niveau zu erreichen. Eben hab ich CD 1 von 8 abgeschlossen, mein Wortschatz umfasst 17 Wörter/Silben/Morpheme/whatever.
Die andere Seite ist der Aufbau, der Ansatz. Nachgestellte Situation: Ein amerikanischer „Lehrer“, eine chinesische Native Speakerin und zwei amerikanische Schüler_innen bilden eine Klasse, in der auch ich lande, wenn ich die (aus Prinzip noch nicht auf den Computer gespielte) CD in meinen mit Ladekabel noch funktionierenden Diskman (!!) lege und ein wenig überrumpelt von der Funktionsweise dieses Geräts natürlich noch keine Stöpsel in den Ohren hab, wenn es los geht.
In simplem Englisch wird mir gesagt, wie einfach das alles ist. Runter und rauf geht der Ton, als würde ich mit Zeige- und Mittelfinger eine Kugel aus der roten Wassermelone ausstechen. Wie sagst du das auf Chinesisch? Ich drück Pause,  konstruier mir die Antwort Stück für Stück, sag es nocheinmal, etwas flüssiger, bis ich zufrieden bin. Dann, Wort für Wort. Ich spreche mit unserer Nativespeakerin mit. Wiederholung um Wiederholung. Er und sie sind Chines_innen/Amerikaner_innen/Engläner_innen, sie und er, es und sie, sie und sie… Noch nie hab ich so oft hintereinander tā gesagt. Vielleicht ist das gut, irgendwann gewöhne ich mich an die Sprünge in meinen Tonhöhen, warum ist mein grüner Ton so hoch, warum setzt der blaue so tief an, warum bla? (Hier ein echtes Problem: Es werden andere Farben verwendet als im MDBG-Wörterbuch. Werde ich so lange wohl meiden, oder einfach die Farben abschalten.)
Ich werde ein wenig wütend bei den weit her geholten und trotzdem nicht sehr einprägsamen Eselsbrücken, ich muss noch immer die Motivation finden, mir Zeit für soetwas zu nehmen, aber. Abgesehen davon ist das hier wirklich was für mich. Ich werde am Schluss in etwa wissen, wie ich weitermachen kann. Ich werde weiter sein als ich es nach dem unerträglichen VHS-Kurs hätte sein können. Gerade hab ich gegen eines der Gebote verstoßen und mir die Zeichen für in etwa die Hälfte der 17 Vokabeln aus meinem VHS-Kurs-Buch herausgesucht (weil ich glaube, dass das gut ist).

Wisst ihr, wie aufgeregt ich bin? Meine Abneigung gegen die Idee, in absehbarer Zeit nach China zu reisen (was jedermensch vorschlägt, sobald klar ist, dass ich die Sprache oder was ich davon kenn mag), dämpft meine Euphorie fast gar nicht. Fernab jeder Ostasienmystik begeistere ich mich wirklich für das hier. (Ich begeistere mich selten so sehr für Dinge, dass sie mich berühren.)

2 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

Mythenarmes Schlagwortmimimi

Es gibt viel zu denken und wenig zu sagen, weniger zu schreiben.
Wo soll ich beginnen?

Vielleicht hier: Es gibt tolle Menschen in dieser Welt.

Oder so: Meine C-Taste klemmt ein wenig, da klebt wahrscheinlich Kuchen darunter.

Es gibt tolle Menschen, und einige davon kenne ich, und es wäre gut, mich öfter daran zu erinnern.
Random thought, da gibt es wenig hinzuzufügen.

Als ich heute Kekse buk, war mir nicht bewusst, dass um diese Zeit heute Abend alle bis auf einen und davon fast alle durch mich vertilgt sein würden. Ich hätte es mir denken können, sie waren wirklich gut.
Ein interessanter Tag, Grundlagendiskussion, oder nennt man das einen freundschaftlich schwelenden Streit?
Bisexualität gibt es nicht, sagt sie. Das ist ein Mythos. Die können sich bloß nicht entscheiden.
Bisexualität gibt es doch, sag ich, und das ist sowas wie ein Outing.
(Dabei weiß sie, dass ich mich so beschreibe. Oder sie wusste es. Man merkt sich wohl keine Dinge, die es nicht gibt.)

(Man kann sich als vieles beschreiben. Ich könnte mich bei S. damit entschuldigen, als Gray-A einfach für den nächsten Monat genug Gekuschel gehabt zu haben. Ich könnte sagen, dass ich momentan Frauen toller finde. Oder, dass er mir lästig fällt, als ein lieber Mensch und eine Bekanntschaft zu viel, dass ich es nicht mag, Kontakt halten zu müssen.)

Ich hab in der Küche gesprochen mit, ach, irgendeinen Spitznamen hab ich ihr hier sicher schon verpasst, aber das ist lange her. Yoda wahrscheinlich. Ja, ein bisschen Yoda ist sie. Ich hab in der Küche mit Yoda gesprochen, sie ist 10 Jahre älter als ich (und ich bin erst knapp 20, da ist das viel), sie hat schon so viel probiert, gesehen. Ich mag sie.
(Warum  komme ich so selten mit Gleichaltrigen richtig klar, sofern ich diese im wahren Leben treffe? Brauche ich denn tatsächlich dieses Angenommensein so sehr, muss man mich Küken adoptieren, damit ich vertrauen und mich entspannen kann? Oder stößt es mich ab, wenn jemand nicht weiter ist als ich, mich derart auf mich selbst hinweist, und frisst mich der Neid, wenn Gleichaltrige dann doch weiter sind als ich, „reifer“?)

So viele Green Day-Ohrwürmer diese Woche. Ich kann mich schwer kontrollieren, bin zu faul und will eigentlich gar nicht richtig, bin meinen Launen ausgeliefert und esse viel Süßes. Ich spüre andauernd, dass ich einen Bauch besitze, und mag dieses Gefühl nicht. Wenn ich nicht froh und zu frieden bin, mach ich mir nicht die Mühe, einzuschätzen, wie ich dran bin oder mich auch nur für einen Moment von außen zu begutachten.

Und jetzt Musik.
Oder nicht. Subway to Sally wäre jetzt schön, „Schneekönigin“, Schneekönigin war mal mein Pseudospitzname. Es wäre einfach, Schneekönigin zu sein. Frostfeuer ist ein tolles Buch, glaube ich. Gerade, weil Tamsin Spellwell besser ist als die Schneekönigin und weil es da Maus gibt.

Geschichten zu erzählen. Etwas zu sagen. Sage meinem Gehirn, ich meine, meinem Bewusstsein, es solle in Tiefen vordringen, und das tut es nicht.
Schlagworte dominieren die Diskussion, den Pseudostreit. Ich sage ihr, ihre Behauptung sei Scheiße.
Keinerlei Enttäuschung über dieses Niveau, es ist eine alte Gewohnheit.

Ich sehe mich zwischen Momenten springend als zukünftige Wissenschaftlerin und als eine, die wegen Alles Hinschmeißen nichtmal ein BA ihrem Namen wird nachstellen dürfen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Zeit mit der Familie

Dass ich hier das Arschloch bin, ist klar. Ich bin ja die Veganerin.
Natürlich will ich allen alles aufzwingen, das ist ja so offensichtlich, kein Wort muss darüber verloren werden.
„Du hast dich entschieden, gesund zu essen, aber das heißt nicht…“ meint Mama.
„Nur, weil du gegen Milch bist!“, weiß mein kleinster Bruder, dem ich, inzwischen um einige Jahre regrediert, die Milchpackung als Ergänzung seines Mittagessens, dargestellt von einer Schüssel Vanillepudding, aus der Hand winde.
Der Pudding ist ein Druckmittel, um diesen charakterlich unangenehmen  Menschen unter die Dusche zu komplementieren. Mein kleinster Bruder ist nicht nur fast so groß wie ich, sondern auch zumindest 15 kg schwerer. Meine Mutter ist dabei, den Pudding, den er ihr befohlen hat, eben doch nicht zur Ausübung ihrer spärlichen Macht zu nutzen.
Mein kleinster Bruder, am Weg in Richtung Bad, greift sich eine Faust voll Keksen für die Reise. Die hab ich gemacht, es sind nicht viele, weil es nur ein Experiment war, eigentlich, und, inzwischen kaum noch acht Jahre alt, pack ich ihn kreischend und beutle alle bis auf zwei aus seiner gut gefüllten Hand.
Klar, dass das alles mit dem V-Wort zusammenhängt.
Ich, die Veganerin, das Arschloch hier.

Weiters ist es überheizt, meine Mutter macht in ihrer Selbstständigkeit große Rückschritte, mein Vater perfektioniert die Kunst, für nichts Unangenehmes zuständig zu sein, und wir alle machen einander Schuldgefühle, wo das nur geht.
Ich grüß alle ganz lieb, die mich in letzter Zeit mal gebeten haben, was zu schreiben, und hoffe, dass dieser Post dem gewohnten Gejammer nahe kommt. Außerdem hält man mich für verrückt, weil ich lieber Salat esse als Unmengen von Brot mit irgendetwas drauf, man durchschaute meine schlüpfrige Ausrede von wegen „ich brauch mehr Gemüse als Getreide, sonst werd ich müde, unkonzentriert und launisch“ auf Anhieb.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Schreiben wie früher

Und dann: Schreiben wie früher, kurz und planungslos in Worte fassen, so einen einzelnen Gedanken. Ohne Angst vor dem Versagen, weil fast ohne Ansprüche. Es ist so ein wunderbares Gefühl! Also.

Lose Kontakte in Netzwerken fremder Menschen fliegen her und hin, und dann schreibt eine Altunbekannte: Sie bräuchte etwas, dringend. Ein kurzer Blick auf die Karte, die Entfernung kaum 500 Kilometer, es ist halb zwei.  Notwendigkeit, die Einigung: Treffen in der Mitte. Ein Rennen beginnt, endorphin adrenaliert der Wettlauf mit der Zeit. Freudige Voraussicht in der Sorge und in der blauen Tasche was die andere braucht. Das Ticket gekauft. Das Laufen, zum Zug, in den Sitz fallen und atmen, atmen, erwachen. Die Landschaft der halben Stunde zu gut bekannt. Sie steigt aus, steigt um und die Reise beginnt. Ein Buch, sie kramt es hervor, liest zum ersten Mal in ihrem Leben fancy Foucault der Erscheinung wegen. Die Orte fremder, die Menschen mehr und die Strecken weiter. Wenige Stunden Fahrtzeit zu ihrem Ziel. Sie eilt vom Bahnsteig, hat noch zu besorgen, was zu besorgen ist, beklommen, doch sie weiß, was fehlt. Zielsicher jeder Griff ins Regal. Ein Blick auf die Uhr und Hasten in die Halle, dort sollte – wartet das Mädchen schon, ihr suchender Blick in die Welt, doch unfehlbarer die Schüssel unter ihrem Arm. Das Erkennen. Lächeln und laufen, um zu umarmen. Dann, nun muss es sein: Sie öffnet die Tasche, ein wenig. Gut zu sehen der dunkle Griff am silbernen Körper, welch Glück, keine Spur der Reise zeigt das Waffeleisen. Alles wird gut.

Vielen lieben Dank, @chocostreusel.

3 Kommentare

Eingeordnet unter noch geringerer realitätsgrad

Ferien also

Jetzt also. Nach einem pathetischen Semester und dem pittoresken Showdown, dem dauernden „Ich muss lernen!“ und der realen Vorbereitung am Tag vor der Prüfung hab ich nun Ferien. Drei Monate, das ist viel und ich werde zumindest die Hälfte der Zeit bei meiner Familie verbringen. Cracking up-Gefühl meets Aaw Wie Süß. Unverständige Wut gegen mein Veggiedingens und das Wissen, dass ich hier Menschen hab und auch jederzeit weg kann. Meine liebenswert-alternative Familie. Keine Ahnung, wie ich es schaff, mich da nicht wohl zu fühlen. Es funktioniert jedenfalls. Dank der Beziehungsstrukturen. Aber richtig orr: Die Pläne.
Heute oder bald sollte ich: Die Katze anrufen. E anrufen.
Bald sollte ich: Fahrstunden vereinbaren–
und da beginnt es schon. Das letzten Sommer begonnene und aufgegebene Projekt Führerschein. Ich muss. Müssen ist was anderes als wollen. Müssen kann man auch, wenn man Angst hat und weiß, dass das alles schief gehen wird. Ich fahr nicht gern. Nicht, wenn noch andere Menschen auf der Straße sind.
Bald sollte ich: Fahrstunden vereinbaren. Mein Hab und Gut durchsortieren, Unbenötigtes aussieben. Mit P* besprechen, was wir machen, ob wir trampen und waswowie. Mit allen anderen besprechen waswannwie.
Insgesamt wollte ich: Viel lesen. Mich ausreichend beschäftigen. Sort out a few of my issues. Etwas nähen, kochen, schwimmen gehen, P# sehen. In Klammern: „Neue Menschen treffen“.
Ich höre ABBA, um Gedanken tot zu halten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Mustertag

Freitag: Prüfung Skandinavistik, Bestätigung: Sie auch Sprachwissenschaft, zweites Semester, reden und du bittest um die ausgearbeiteten Fragen, es geht klar.
Sonntag: Uuh, du hast ja nur gefragt, weil du dachtest, sie hätte das sicher am Computer gemacht… Nagut. Antwortest am Montag, was du brauchst. Wie unangenehm.

Montag. Stressbewältigungsstrategiekakao und ebensolche Karteikartenschlichterei. Stapel weglegen. Symbolhandlungen, denn Verzweiflung: Pragmatik echt nicht viel in deinem Hirn. Noch eine Stunde zur Prüfung.
Straßenbahn- nachsehen auf dem ältesten Kartenstapel. Nocheinmal. Und weg. Wer steigt ein? Herr Übernatur, du redest mit ihm, seltsam genug ist er. Struktur in deinen Gedanken, denkst: Schaffst es. Vielleicht. Kannst es jedenfalls schaffen, und Garantie ohnehin nie, ist alles gut, Schatz. Halbe Stunde vor: Aussteigen Schottentor, an Amnestyjüngerwerbern vorbei, Uni. Aula. Stiege. Tür: Hof. Menschen, seine Menschen, klar, dass du dich dazu stellst. Also, heute klar. Fragenkatalogsfrau spricht dich darauf an, ihr verbleibt. Smalltalk: Präsuppositionstrigger, Inferenztheorie, Agrarmarketing wegen der Werbeäpfel in euren Händen und Mündern. Irgendwann dann vor dem Hörsaal, Habermas wird doch nicht kommen, nicht mehr, als dass er den Geltungsanspruch… Die anderen widersprechen dir. Was nicht gewusst wird geklärt und durch die Lücke zwischen zwei Menschen entdeckst du Zoë vorbeigehend, lächeln und anstarren, du magst sie wirklich fühlst du, nächste Menschenlücke, anstarren und lächeln. Lächeln. Oh, am Unigangsteinboden sitzend. Zoës T-Shirt ist braun, ein bisschen dunkler als deines. Neben dir die bis eben Unbekannte, du hoffst sehr, dass sie die Prüfung schafft, weil Familienbeihilferückzahlung sonst, echt orr, das System, reden und so und schlussendlich schiebst du ihre Zettel zusammen und sagst „Wegpacken“ und lächelst dabei, deine Stimme von der du nie weißt ob sie vertrauensruhig klingt oder nur bekifft, sie ist automatisiert da. Weil Gedanken setzen lassen, und Fragenkatalogfrau, die nun schon als Mensch abgespeichert ist, erzählt von der Mathematura, vorher sind sie ins Kino, weil der Lehrer das so gesagt hat und es war gut, Maturaerinnerungen auch, die Erinnerung an das Hochgefühl des Geschaffthabens ist gut.
Sinn entsteht immer dort, wo man sich in die Welt wagt. Sagt eine Person, die du als Katze beschreibst und als weise siehst.
Du sitzt neben schrecklcihen Menschen, die mit der sich biegenden Sitzfläche der durchgehenden Bank schaukeln und auf eine Art reden und einander auf die Schulter klopfen, die du nicht magst. Du hast nicht daran gedacht, dich zu Zoë zu setzen und du bist zu schnell reingegangen für die Menschen von vorhin. Dann der Angabenzettel, es sind 8 Fragen, aber das weißt du noch nicht, denn du weißt: Eine nach der anderen lesen, erst weiter, wenn beantwortet oder Feststellung der Unwissenheit, denn du weißt: Die zu befürchtende panikartige Nervosität hat verhindert zu werden. Erfolg, doch rächt sich, dass du vorher doch nicht mehr aufs Klo bist. Naja. Du gehörst ja leider zu denen, die sich von sich selbst von allem ablenken lassen. Müdigkeit, Hunger, Gefühle jeglicher Art… Die Introspektion verhindert die Bearbeitung der Frage acht und muss deshalb verhindert werden. Aufzeigen. Ganz, ganz lieb fragen, ob du denn kurz auf die Toilette gehen dürftest, bitte. „Ich wollte nur fragen…“ Dein Hirn analyiert das in vier pragmatischen Modellen, du darfst. Dass dir der Spiegel verrät, wie aufregungsrot dein Dekolleté wieder ist, verblüfft bist du, das hattest du ja ganz vergessen, dass das passiert, und dann bei so etwas. Du schreibst weiter, irgendwann ist in deinem Kopf wie ein Ohrwurm das Wort, du kannst es nicht gleich zuordnen, es ist das Wort mit D, das für wenn man H zu etwas verpflichten will, bei den Sprechakten. Schreibst es hin in die Lücke in der Zerpflückung dieses Textes, alles gut und irgendwann ist es dir egal, du weißt, dass du es schaffst, ganz falsch ist das nicht, was du hinschreibst.
Unten stehen mit den anderen, sie fanden es auch in Ordnung, ja, was verdammtnochmal war denn überhaupt diese Frage 3, die ihr nicht habt? Ah, ah schon klar, aber was war die Antwort… ah. Oh, das sind Prozesse die zugeich ablaufen? War das nicht gerade der Unterschied zur Relevanztheorie? Naja, whatever, die Frage war eben blöd gestellt, wärt ihr nie draufgekommen, dass er das meint und ihr habt sie ja auch nicht so sehr nötig.  Auch die bis vor der Prüfung Unbekannte hat es vielleicht egschafft, meint sie, sie will noch mit dem Prof reden wegen mündlichem Termin,… Sozio machen einige nicht, aber Sprachenpolitik, das wär doch zu schaffen… Ja, du sagst irgendwas was man als „hatte keine Lust zu lernen“ interpretieren kann oder als „mir gings scheiße“ oder einfach so, wie du es sagtest, weiterplätschern.
Weitergehen, und vor dir über die Straße geht Zoë. Zoë schon wieder, es ist… Zoë wartet an der Ampel, an der auch du stehen wirst, sieht in deine Richtung und du würdest das begrüßen, denn gerade bist du unbesiegbar, aber leider redet sie mit irgendjemandem, vielleicht Freunde von ihr, vielleicht Zweckgemeinschaften. Ein clowneskes Lächeln schenkst sie dir und antwortet auf dein Hallo. Das clowneske Lächeln, als würde sie übertrieben geschminkt irgendetwas an Kinder verteilen, als wäre sie gar nicht da. Es ist toll. In der Schreibwarenkettenfiliale stockst du deinen Karteikartenvorrat auf, blätterst in Straßenatlanten, fürs Trampen einen mit eingezeichneten Tankstellen auf jeden Fall. Gibt nur einen, nicht für euer Gebiet, du gehst.
Irgendwann die Erkenntnis, dass du am Tag der mündlichen Matura ein T-Shirt in einem Braun zwischen Zoës und deinem aktuellen trugst, von deiner Mutter geborgt weil ausschnittslos benötigt wegen Nervositätsrot.
Müsli kaufen und dann doch kein Bier, weil du das ja nicht magst. Wir sind Helden hörend gedankenhüpfen.

1 Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Wirrdurcheinandergeschrieben

Dieser Blog gehört schon gar nicht mehr richtig zu mir. Beladen mit alten Gedanken, voll von trägem, gefangenem Wasauchimmer und in seiner Sinnlosigkeit hier ausgestellt, in krass unmotivierten Kategorien und noch immer mit dem qualitätsarmen Bild oben, das ich so gern hab, weil wir damals wohl grad Richtung Ameland unterwegs waren oder schon weiter, mit Wasser jedenfalls. Ich kenne meine Leser*innen glaub ich fast alle von anderswo, der Rest kommt über die gute Platzierung bei bizarren Google-Suchen hierher, ärgert sich, somit auch auf der einundelfzigsten Seite nichts Relevantes entdeckt zu haben und verschwindet wieder.
Das Wummern von oben oder unten oder gegenüber, das wie Rammstein klingt, Rosenrot in der Dauerschleife, ich weiß das, weil ich früher mal Rammstein gehört hab, vermischt sich mit den Kirchenglocken. Es ist schon 2 nach 6 und noch immer läuten die. Ein alter Sommerhit (das Wort macht mir Kotzen, deshalb schreib ich es) aus offenen Autofenstern bereichert das klangliche Bild für kurze Zeit. Dann sind auch die Glocken wieder weg. Rammstein bleibt. Ich wollte bloß schreiben, dass ich heute trotz allem wieder was hier rein schreibe, und dass ich etwas schreibe ist einem Blog zu verdanken, das ich mit Begeisterung lese. (Ich trau mich fast nicht, es zu verlinken, weil das dann zu sehen ist wenn jemand draufklickt und -ihr erinnert euch an mein überragendes Selbstvertrauen.) Es ist der Pullover aus Docht von @mlampin, der dort dreißig Tage lang seinen Alltag aufschreibt. Das ist inhaltsunabhängig und besonders mit Inhalt eine wunderschöne Idee und wunderschön zu lesen. Es wirft weiters den Gedanken auf, warum ich eigentlich soetwas lese und toll finde und mich selbst davon abhalten will, Belangloses zu schreiben. Weil das hier keinen projektiösen Rahmen hat und ohnehin nicht interessiert und meine Alltagsschilderungen ohnehin immer in Inneres abdriften. Sagt es in mir, und ich ignorier es.

Es ist Samstag. Samstag kann man verkatert sein und so fühl ich mich ein bisschen, nur ohne das „ich hatte Alkohol im Bauch“-Gefühl. Um halb 11 vom Gemüsekistenlieferanten aus dem Schlaf geklingelt zu werden ist desaströs. Da ich noch nicht schnell genug bin um dran zu denken, dass ich mittels #5 über das Telefon die Haustür aufsperren kann, legt er auf und ich suche verwirrt eine Uhr, um dann ihn dann endlich reinzulassen. Im Pyjama vier Stockwerke weiter unten. Mein Wecker ist tot, batterielos, sein Sekundengeticke war vor einer Woche nicht zu ertragen. Nach dem Frühstück kommt das Kopfweh, die Erkenntnisse, dass die Waschmaschie heute durchgehend belegt sein wird, dass ich zu lernen habe und dass ich schon wieder hungrig bin, folgen. Später Mittagessen, Salat, ich rede mit Blondchen über irgendetwasbelangloses, merke: Ich rede. Was bin ich zufrieden.
Statt „Präsupposition“ les und denk ich üblicherweise „Proposition“, was ja in vertretbarer Nähe liegt, heute ist es „Präposition“, immer und immer wieder, es macht Gedankenknäule. Hat immerhin mit Sprache zu tun- Stolz. Nicht. Aber die Selbstwut bleibt mir fern, ich dämmer in Gegähne mit Unter-die-Decke-kuschel-Fantasien vor mich hin, schaffe über den Nachmittag die erste Pragmatik-Vorlesung, Prüfung ist ja erst übermorgen. Übermorgen. Morgen – Übermorgen. Naja. Wenn ich heute noch… Ich kann mir nicht einreden, dass die Zeit reicht.
Ich beobachte mich selbst aus der Distanz, Auftrag der Zuhörerin, der Katze. Gerade jetzt beobachte ich, dass der Gedanke an die Möglichkeit, den Prüfungsstoff nicht rechtzeitig verinnerlichen zu können, mich fast in die Verzweiflung kippen lässt. Die doch seit gesternodervorgestern fort ist. Ich balanciere. Ob ich die Prüfung mache oder nicht, schaffe oder nicht ist bedeutungslos. Es stehen 4 Termine zur Auswahl. An einem davon muss ich sie schaffen. Ich wollte sie jetzt machen, weil der Hörsaalmythos die zweiten, dritten und vierten Termine dieses Dozenten ins Unschaffbare stilisiert. Aber, frag ich mich nun, wer, der beim ersten Mal erfolgreich dabei war, lernt schon die weiteren kennen? Unvergleichbar. Das Beobachterparadoxon von außen.
Trotzdem. Irgendwem muss ich mir beweisen, und wenn es nur ich selbst bin. Irgendwelche Prüfungen machen, möglichst viele wegen „im Herbst bin ich auch nicht motivierter“, mehr als die Hälfte wird es ohnehin nicht. Nur so viel, dass ich mich guten Gewissens in das Sommerloch fallen lassen kann. Das diesmal wohl tief wird. Bei den Eltern. Ich werde im Sommer nur noch als Besucherin nach Wien kommen, und das find ich schlimm. Es wird fast so sein wie den Großteil meines Lebens. Streit mit allen, Spott meiner Pflanzenfresserei gegenüber, das Zimmer als gehasste einzige Zufluchtshöhle, außen herum das, was die gefühlten siebenhundertfünfzigmillionen Einfamilienhausmenschen aus der von ihnen gesuchten Landidylle, die es hier wohl nie gab, gemacht haben, der Bahnhof als arschlochumlagerter Hoffnungspunkt.
Hoffnungspunkte auch so: Fest geplant zwei Wochen bei ihr. Unklar wann Zeit mit ihm, Autostoppen, Trampen, so richtig echt, wir so frei, einfach so. Jemanden kennenlernen, das muss Platz haben, ohnehin Berlin, ob es sich nicht als Trampetappe eignen würde? Und Menschen treffen, die sich gerade jetzt treffen, ich wünsch mich ein bisschen dazu und ein bisschen auch nicht, ich weiß ja, dass in einemmonatoderso.
Besänftigt bin ich. Reicht das? Die Katz würde ja sagen. Die will, dass ich mich ertrag, glaub ich.
Das schlimmst an meiner Famile ist ja, wie langsam das Internet dort ist.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.

Kein Tag für ausgewogene Argumentation

Was ich fast zu einer Diskussion beigetragen hätte:

Ich wüsste nicht, wie ich aufwachen sollte. Das ganze Leben ist doch ein deprimierender Erkenntnisprozess– ich mach mir wenige Illusionen. klar werden sich meine Pläne ändern, und klar erkenne ich ab und zu Dinge, die mich schockieren (etwa, dass ich wegen meiner Mathe-Maturanote nie in Schottland werde Sprachwissenschaft studieren können, mal abgesehen von den Unis, die das dort anbieten), das sind aber doch eher… Nebensächlichkeiten, die bisher eben unbedacht blieben.
Ich hab Träume. Ich träum davon, als Teil einer gemütlichen Gemeinschaft auf positive Art abnormal wirken zu können, voll von Wissen, von Weisheit, voll Menschlichkeit, etc. Träume sind für mich Realitätsvorlagen. Das um mich herum und in mir drin macht, dass ich die Vorlagen nicht einfach abpausen kann. Also ganz oder gar nicht, ich werd mein Leben lang der unmotivierte, menschenängstliche, ahnungslose, in versponnene Ideen verstiegene und in sich selbst gefangene Kommunikationsfail bleiben, der ich jetzt bin. – Eben nicht. Dass man Träume, Vorstellungen, Lebensentwürfe nicht vollkommen verwirklichen kann, bedeutet nicht, dass man deshalb etwas ganz anderes machen muss.

So seh ich das auch in Bezug auf konkretere Ziele. Ich weiß zugegebenermaßen nicht, wie sich das jemals auflösen wird– ich studier Sprachwissenschaft, überleg momentan, ob ich nicht noch Theologie oder Philosophie dazu machen soll. Ja, die Theologie bringt Chancen. Der Rest nicht. Linguist_innen, was sollen die denn anderes tun als forschen und die Ergebnisse publizieren und wieder forschen und… Ja. Philosophie, hach. Ich hab keine Ahnung, was man damit „machen kann“.
Allerdings auch keine all zu großen Illusionen, glaub ich. Dass ich so etwas studiere ist wirklich „Selbstverwirklichung“. Naja, was wären die Alternativen? Würde ich mich nicht selbst verwirklichen wollen, wie würde ich dann denn leben? Sollte ich wirklich mein letztes bisschen psychische Stabilität aufs Spiel setzen für etwas, mit dem ich nichts anfangen kann, außer Geld zu verdienen?
Vielleicht ja. So vieles muss man nur ausprobieren, und wenn man das tut, findet man’s ohnehin gut. Aber hey, was soll’s.
Brotlose Geisteswissenschaften. Ich glaub es nicht so recht. Kunst, ja, man braucht Talent und Beziehungen, das ist schwierig. Aber GeWi? Was muss man den schon können, um den Standardanforderungen der Gesellschaft an so einen Freak zu genügen? Ein paar Theorien kennen, ein bisschen Methodikwissen, irgendwas geschrieben haben und soweit denken können, dass man als klug durchgeht… Nein. Natürlich findet man damit nicht zwingend Platz in irgendeinem festgelegten Job, für den exakt ein Linguistik/Ostasienkunde/Geschichte-Studium die klar definierte Voraussetzung ist. Aber man

Und da wurde es mir zu blöd, meine Wut und mein trotziges „Irgendwas geht immer“ dazu einzusetzen, den gesamten ersten Absatz zu negieren. Ich hab keine Ahnung, was ich mal machen werde. Irgendetwas eben, Sinn muss ich mir ohnehin von sonstwo holen. Wie jede Chemikerin auch.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Internetzeugs

Bei Katze in dem Philobuch

Ab und zu schreib ich Briefe, die wirken selbstbewusst. Da steht, dass wir natürlich mehr soundso sind als die statistische Norm, weil das ja auch nicht schwierig ist, und da differenzier ich das sogar ein bisschen, relativier, empfehl weitere Lektüre, schreib was richtig Tolles.
Aber dann, dann bin ich wieder dort, wieder bei ihr, ohgottohgott, wichtig, Graublau und Weiß und Licht und der Garten durch die Fenster, Ruhe ist hier. Atmen. Hier ist der Ort, der Ort den sie schafft, wo ich klein bin und sein darf und wo Raum ist. Sie: Seit langem Vollmacht, mir das Leben zurechtzudefinieren, meine Forderung an sie, meine Dankbarkeit über das geringe Ausmaß. Meine Überinterpretation jeder Äußerung, stundenlanges Wiederdurchwälzen, Richtungswechsel durch das falschinterpretierende Zurechtweisungsgefühl der Worte. Sie sagt dasunddas, ich bin dasunddas. Sie geht auf Idee soundso nicht ein, Idee soundso wird fallen gelassen.
Eine Freundin eben.
Ich erinnere mich an sie im Licht an einem Tag wie andere auch, spricht, ich lächle, denn: Bild Katze. Deshalb nenn ich sie Katze, nicht, weil sie so wäre, nur in unbedeutendem Ausmaß, sondern, weil sie als Katze vorstellbar ist. Katzenmensch, denke ich, ohne zu wissen.

Katze darf Ideen in mein Leben bringen, weil ich die ja durchaus kritisch durchleuchte, ab und zu, ein bisschen. Aber ich brauche Anhaltspunkte. Ich will alles hören, auch das, was ich mir selbst wieder und wieder inhaltsleer vorbete. Denn es wird wahr.
Sie meint, ich wäre nicht zu dumm zum Autofahren. Jeder Idiot könnte das, so wenige Handgriffe. Daran würde es nicht liegen. Ich wäre nicht dumm. Autofahren würde meinen […] widersprechen. Es wäre eine Einordnung in die normale Welt.
– Aber Autofahren ist ist auch eine Sache des Überblicks, den hab ich nicht. Überblick sollte man sich doch mit Denken schaffen können.
Das wäre es eben, ich müsse aus meiner Beobachterposition heraus, aus der Distanz kann man nicht fahren, man muss sich ins Getümmel werfen. Und Überblick, dazu müsse man vor allem eines können in dem Fall, Wahrnehmungen ausblenden um die nötige Denkgeschwindigkeit zu erreichen, man könne eben nicht stehen bleiben für eine gründliche Analyse aller Sinneseindrücke. Erzählt, erzählt von sich.
Und: Rechts ist dort, wo der Beifahrer sitzt. Beifahrer. Rechts.
So möchte ich es erklärt bekommen. So kann ich es mir merken. Beifahrer. Rechts. Rechts. Beifahrer. Links: Tür.
Es kann nicht verwechselt werden in dieser Klarheit.

Tänzeln um das Thema der Normalität. Ich würd mich mit den Genies und den Spinnern gleichermaßen verstehen, sagt sie sinngemäß. Hier will ich ihre Begriffe nicht verwenden, sie sind magisch und definieren zu viel, selbst in dieser lockeren, freien Verwendung, sie lassen vor stolzem Triumph fast lächeln und vor einem kleinen Abgrund ein bisschen resignieren.
Es geht um Kinder, die noch Philosophen sind. Es geht um Andersdenken, Anderssehen.
In der Veranda in der Sonne, Gewitterwolken bauen sich, das Graublau und Weiß, das Licht.

Chinesisch. Das Glasperlenspiel. Das Glasperlenspiel mögen wir beide. Chinesisch, Systeme, mit denen man sich arrangieren und die man sich zu eigen machen kann oder nicht. Durchhalten, weitermachen, mir trauen und mir nicht selbst die rote Karte zeigen (jeden anderen Menschen müsste ich hassen für diese Fußballmetapher).
Das sagt sie auch zum Schreiben, ich will ja so gern schreiben, aber die vagen Ideen, und wenn sie auch weit ausgebaut werden finden nicht zur Verschriftlichung, irgendwie gut, etwas über das Schreiben gesagt zu haben. Weil so sie etwas dazu sagt, kurz.

Sie sagt so vieles.
Ich weine, während ich von einem schönen, schönen, überwältigend schönen Wochenende erzähle, weil sie das versteht.
Sie versteht die Glaswand und sie versteht fast alles, und ja, sie darf es für mich so weit deuten, wie sie das tut, Ebenenhochhebzeugs und so, weil sie richtig liegt, denn ich muss nicht mehr ganz so sehr alles, alles zu hundert Prozent zu meinem Dogma erheben.

Sie findet „Vielelicht ist alles nicht echt“-Bla nachvollzieh- und ernstnehmbar, sie sagt mit Herzchen zu Bewerfendes, und wenn sie erzählt, wünsche ich mir alle Menschen so.
Fühle mich so Welt: Jostein Gaarder. Ich, Buch. Buch-wertes Leben.
Ob es nicht besser wäre, uns alle als krank zu definieren und abzuschaffen, frag ich. Schlussendlich reit ich nicht darauf herum, dass die Übriggebliebenen eine perfekte Welt hätten. Darum geht es ja gar nicht.

Zu Hause. Zum Abendessen auch Erdbeermus. Erdbeermusfarben, ich hache durch mein Leben, Graublau und Erdbeermusfarben sind Herzenstöne.
Gesagtes, das schwieriger ist, gab es auch. Ich bewahre es.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leben insgesamt.