Freitag: Prüfung Skandinavistik, Bestätigung: Sie auch Sprachwissenschaft, zweites Semester, reden und du bittest um die ausgearbeiteten Fragen, es geht klar.
Sonntag: Uuh, du hast ja nur gefragt, weil du dachtest, sie hätte das sicher am Computer gemacht… Nagut. Antwortest am Montag, was du brauchst. Wie unangenehm.
Montag. Stressbewältigungsstrategiekakao und ebensolche Karteikartenschlichterei. Stapel weglegen. Symbolhandlungen, denn Verzweiflung: Pragmatik echt nicht viel in deinem Hirn. Noch eine Stunde zur Prüfung.
Straßenbahn- nachsehen auf dem ältesten Kartenstapel. Nocheinmal. Und weg. Wer steigt ein? Herr Übernatur, du redest mit ihm, seltsam genug ist er. Struktur in deinen Gedanken, denkst: Schaffst es. Vielleicht. Kannst es jedenfalls schaffen, und Garantie ohnehin nie, ist alles gut, Schatz. Halbe Stunde vor: Aussteigen Schottentor, an Amnestyjüngerwerbern vorbei, Uni. Aula. Stiege. Tür: Hof. Menschen, seine Menschen, klar, dass du dich dazu stellst. Also, heute klar. Fragenkatalogsfrau spricht dich darauf an, ihr verbleibt. Smalltalk: Präsuppositionstrigger, Inferenztheorie, Agrarmarketing wegen der Werbeäpfel in euren Händen und Mündern. Irgendwann dann vor dem Hörsaal, Habermas wird doch nicht kommen, nicht mehr, als dass er den Geltungsanspruch… Die anderen widersprechen dir. Was nicht gewusst wird geklärt und durch die Lücke zwischen zwei Menschen entdeckst du Zoë vorbeigehend, lächeln und anstarren, du magst sie wirklich fühlst du, nächste Menschenlücke, anstarren und lächeln. Lächeln. Oh, am Unigangsteinboden sitzend. Zoës T-Shirt ist braun, ein bisschen dunkler als deines. Neben dir die bis eben Unbekannte, du hoffst sehr, dass sie die Prüfung schafft, weil Familienbeihilferückzahlung sonst, echt orr, das System, reden und so und schlussendlich schiebst du ihre Zettel zusammen und sagst „Wegpacken“ und lächelst dabei, deine Stimme von der du nie weißt ob sie vertrauensruhig klingt oder nur bekifft, sie ist automatisiert da. Weil Gedanken setzen lassen, und Fragenkatalogfrau, die nun schon als Mensch abgespeichert ist, erzählt von der Mathematura, vorher sind sie ins Kino, weil der Lehrer das so gesagt hat und es war gut, Maturaerinnerungen auch, die Erinnerung an das Hochgefühl des Geschaffthabens ist gut.
Sinn entsteht immer dort, wo man sich in die Welt wagt. Sagt eine Person, die du als Katze beschreibst und als weise siehst.
Du sitzt neben schrecklcihen Menschen, die mit der sich biegenden Sitzfläche der durchgehenden Bank schaukeln und auf eine Art reden und einander auf die Schulter klopfen, die du nicht magst. Du hast nicht daran gedacht, dich zu Zoë zu setzen und du bist zu schnell reingegangen für die Menschen von vorhin. Dann der Angabenzettel, es sind 8 Fragen, aber das weißt du noch nicht, denn du weißt: Eine nach der anderen lesen, erst weiter, wenn beantwortet oder Feststellung der Unwissenheit, denn du weißt: Die zu befürchtende panikartige Nervosität hat verhindert zu werden. Erfolg, doch rächt sich, dass du vorher doch nicht mehr aufs Klo bist. Naja. Du gehörst ja leider zu denen, die sich von sich selbst von allem ablenken lassen. Müdigkeit, Hunger, Gefühle jeglicher Art… Die Introspektion verhindert die Bearbeitung der Frage acht und muss deshalb verhindert werden. Aufzeigen. Ganz, ganz lieb fragen, ob du denn kurz auf die Toilette gehen dürftest, bitte. „Ich wollte nur fragen…“ Dein Hirn analyiert das in vier pragmatischen Modellen, du darfst. Dass dir der Spiegel verrät, wie aufregungsrot dein Dekolleté wieder ist, verblüfft bist du, das hattest du ja ganz vergessen, dass das passiert, und dann bei so etwas. Du schreibst weiter, irgendwann ist in deinem Kopf wie ein Ohrwurm das Wort, du kannst es nicht gleich zuordnen, es ist das Wort mit D, das für wenn man H zu etwas verpflichten will, bei den Sprechakten. Schreibst es hin in die Lücke in der Zerpflückung dieses Textes, alles gut und irgendwann ist es dir egal, du weißt, dass du es schaffst, ganz falsch ist das nicht, was du hinschreibst.
Unten stehen mit den anderen, sie fanden es auch in Ordnung, ja, was verdammtnochmal war denn überhaupt diese Frage 3, die ihr nicht habt? Ah, ah schon klar, aber was war die Antwort… ah. Oh, das sind Prozesse die zugeich ablaufen? War das nicht gerade der Unterschied zur Relevanztheorie? Naja, whatever, die Frage war eben blöd gestellt, wärt ihr nie draufgekommen, dass er das meint und ihr habt sie ja auch nicht so sehr nötig. Auch die bis vor der Prüfung Unbekannte hat es vielleicht egschafft, meint sie, sie will noch mit dem Prof reden wegen mündlichem Termin,… Sozio machen einige nicht, aber Sprachenpolitik, das wär doch zu schaffen… Ja, du sagst irgendwas was man als „hatte keine Lust zu lernen“ interpretieren kann oder als „mir gings scheiße“ oder einfach so, wie du es sagtest, weiterplätschern.
Weitergehen, und vor dir über die Straße geht Zoë. Zoë schon wieder, es ist… Zoë wartet an der Ampel, an der auch du stehen wirst, sieht in deine Richtung und du würdest das begrüßen, denn gerade bist du unbesiegbar, aber leider redet sie mit irgendjemandem, vielleicht Freunde von ihr, vielleicht Zweckgemeinschaften. Ein clowneskes Lächeln schenkst sie dir und antwortet auf dein Hallo. Das clowneske Lächeln, als würde sie übertrieben geschminkt irgendetwas an Kinder verteilen, als wäre sie gar nicht da. Es ist toll. In der Schreibwarenkettenfiliale stockst du deinen Karteikartenvorrat auf, blätterst in Straßenatlanten, fürs Trampen einen mit eingezeichneten Tankstellen auf jeden Fall. Gibt nur einen, nicht für euer Gebiet, du gehst.
Irgendwann die Erkenntnis, dass du am Tag der mündlichen Matura ein T-Shirt in einem Braun zwischen Zoës und deinem aktuellen trugst, von deiner Mutter geborgt weil ausschnittslos benötigt wegen Nervositätsrot.
Müsli kaufen und dann doch kein Bier, weil du das ja nicht magst. Wir sind Helden hörend gedankenhüpfen.